8. Dezember 2013

Rezension: Rot wie das Meer

Infos zum Buch
Autorin: Maggie Stiefvater
Preis: 18,95 € (Hardcover)
Seiten: 432
Verlag: script5
Einzelband

Kurzbeschreibung
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann.
Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben.
Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel.
Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …



Eigene Zusammenfassung
Sie kommen aus dem Meer und sind damit verbunden: die Capaill Uisce (sprich: KAPpl ISCHke). Sie gelten als die besten Rennpferde überhaupt - bis sie den Ruf des Meeres vernehmen und sich, mit oder ohne Reiter, zurück in die Fluten stürzen.
Die Insel Thisby lebt von den Meerespferden, denn jedes Jahr im November kommen sie an Land. Dann wird ein großes Rennen veranstaltet, zu dem Gäste von nah und fern kommen. Ein Rennen, dessen Ziel viele nicht erreichen. Dieses Jahr wird Puck Conolly mit dabei sein, auch wenn sie ihre Eltern durch die Meerespferde verloren hat. Dabei lernt sie Sean Kendrick kennen, der seine ganz eigenen Ziele verfolgt...

Meine Meinung
Zunächst einmal: LEUTE, LEST DIESES BUCH: ES IST ABSOLUT GENIAL.
Auf dem Cover sieht man, passend zum Titel, rote Wellen. Die Linien sind erhaben, sodass man sie ertasten kann. Rot wie das Meer ist ein wirklich passender Titel, der neugierig macht, aber nicht zuviel verrät.
Wie die Autorin im Nachwort erklärt, diente dem Buch ein Mythos als Grundbaustein. Der Mythos des schnellen, todbringenden Wasserpferdes, das den Tiefen des Meeres entsteigt. Aber alles in alle geht es in diesem Buch nicht nur um Wasserpferde und ein Rennen; diese zwei Komponenten bilden jedoch den Rahmen. Es geht um Heldenmut, Freundschaft, Loyalität; darum, nicht aufzugeben und sich nicht unterkriegen zu lassen.
Protagonistin Puck hat diese Werte schon früh verinnerlicht, wurden doch ihre Eltern von den Capaill Uisce umgebracht. Mit ihren zwei Brüdern Finn und Gabe zusammen musste sie seit jeher kämpfen, um sich über Wasser zu halten. Als Gabe beschließt, ans Festland zu ziehen, wagt Puck das Unglaubliche: Sie entschließt sich, auf ihrem geliebten Pferd Dove das Rennen mitzureiten, auch wenn alle Chancen gegen sie stehen. Ich fand es einfach toll, wie Puck nicht auf die anderen gehört hat, die ihr rieten, aufzugeben. Auch ihre mitunter schroffe, bissige, aber entschlossene Art war mal etwas anderes. Puck war schwach, Puck hat gekämpft, Puck hatte keine Angst. Ich mag diese Art von Vielseitigkeit. 
Später lernt sie Sean kennen. Dieser hat schon immer eine ganz besondere Position Pferden gegenüber; selbst die wilden Capaill Uisce hören auf ihn und verstehen ihn. Sean arbeitet auf dem Hof des Pferdebesitzers Malvern, um sich sein Geld zu verdienen. Dort hat er nur einen echten Freund: den Capall-Hengst Corr, ein rotes Wasserpferd, mit dem er das Rennen schon vier Mal gewonnen hat. Diese Mischung aus Freundschaft und Angst, Gefahr und Sicherheit, die zwischen Sean und Corr war, war wirklich etwas ganz Besonderes. Sean selbst wirkt auf Puck sehr sicher und stark, doch wenn die Kapitel aus seiner Sicht erzählt werden, merkt man doch, dass er in Wahrheit schwach ist und um das fürchtet, was er am meisten liebt.
Dank diesen beiden Protagonisten fiel mir der Einstieg in die Geschichte sehr leicht. Die Geschichte wird abwechselnd von Puck und Sean aus der Ich-Perspektive und Gegenwart erzählt, was zwischen mir und den beiden schnell eine Verbindung entstehen ließ. Die Gefühle von beiden sind so stark, das ich ein paar Mal fast weinen musste. Für diese charaktertechnische Meisterleistung hat Maggie Stiefvater einen Buch-Oscar verdient, finde ich.

Der Schreibstil ist originell, unglaublich schön, wiedererkennbar und lesenswert. Die Autorin malte mit ihren Worten in meinem Kopf Bilder; je nach Situation kunterbunt oder gefährlich und düster. Hin und wieder gab es humorvolle Stellen, die mich mit ihren lustigen Metaphern und Vergleichen zum Lachen bringen konnten. Zum Ende schnellt die Spannung rapide in die Höhe, sodass ich wirklich mit Puck und Sean mitgefiebert, gehofft und gefürchtet habe. Die Kapitel sind meistens eher kurz; gerade zum Ende hin gelang es mir kaum mehr, das Buch aus der Hand zu legen.

Fazit

Ich fasse mich noch mal kurz: zwei unglaubliche Protagonisten, eine tolle Idee, ein krasser Spannungsbogen und bewegende Gefühle. Der Schreistil ist großartig und die Charaktere sind es ebenso. Wer eine tolle Geschichte mit mythologischem Hintergrund und zum Mitfiebern sucht, dem kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Allen anderen aber auch. Von mir bekommt Rot wie das Meer verdiente 5 von 5 Punkten :-) Tschüss,

Kommentare:

  1. Okay... ich hatte am Anfang zweifel wegen der Story aber es scheint ja richtig gut zu sein :)
    Ich werds mir jetzt auch auf meine WuLi setzen, danke!

    LG ♥

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  2. Es ist richtig gut, quf jeden Fall eins der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelese habe :-)
    Liebe Grüße :)

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  3. Ohh das liegt auch noch auf meinem SUB :) sollte ich dann wohl bald mal lesen ;)

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