16. März 2014

Rezension: "Black City" von Elizabeth Richards

Infos zum Buch
Autorin: Elizabeth Richards
Preis: 7,30 € (Taschenbuch)
Seiten: 400
Verlag: Penguin
Reihe:
1. Black City
2. Phoenix
3. Wings (erscheint am 12. Juni 2014)

Kurzbeschreibung
In a city where humans and Darklings are now separated by a high wall and tensions between the two races still simmer after a terrible war, sixteen-year-olds Ash Fisher, a half-blood Darkling, and Natalie Buchanan, a human and the daughter of the Emissary, meet and do the unthinkable--they fall in love. Bonded by a mysterious connection that causes Ash's long-dormant heart to beat, Ash and Natalie first deny and then struggle to fight their forbidden feelings for each other, knowing if they're caught, they'll be executed--but their feelings are too strong.
When Ash and Natalie then find themselves at the center of a deadly conspiracy that threatens to pull the humans and Darklings back into war, they must make hard choices that could result in both their deaths.  (Quelle)


Eigene Zusammenfassung
Nach einem verheerenden Krieg wurde in der Stadt Black City eine Trennwand errichtet: Auf der einen Seiten leben sogenannte Sentry und Workboots, reichere und ärmere Menschen; auf der anderen Seite leben in einem Ghetto die sogenannten Darklings, die zum Überleben Blut benötigen. Seit geraumer Zeit gibt es unter den Darklings eine brutale Seuche namens Wrath, die sie erst den Verstand verlieren lässt und dann in kürzester Zeit umbringt.
Ash Fisher ist beides, denn sein Vater ist ein Mensch und seine Mutter ein Darkling. Wohin er auch geht, ist er unerwünscht und muss mit Diskriminierung und Beleidigungen zurechtkommen. Eines Nachts begegnet er Natalie Buchanan, der Tochter der Emissary, einer Art Bürgermeisterin. Als sie ihn berührt, passiert etwas Merkwürdiges: Ashs zuvor stilles Herz beginnt zu schlagen...

Meine Meinung
Das Covermotiv, eine zerspringende Rose mit einer schwarzen Skyline im Hintergrund, fand ich schon schön, als ich das Buch noch nicht kannte. Doch nach dem Lesen wurde mir die eigentliche Bedeutung der Rose bewusst. Das Cover besitzt eine tiefere Bedeutung, die ich hier jetzt nicht verraten möchte, die aber sehr gut zu den Entwicklungen im Buch passt.

Wenn man sich den Klappentext so durchließt, klingt das Ganze erstmal nach einer Dystopie mit Vampiren. Aber eins muss ich vorweg sagen: Die Darklings sind keine Vampire. Sie weisen vielleicht Parallelen zu diesen auf, sind aber nicht mit ihnen gleichzusetzen. Im Buch gibt es auch verschiedene Arten von Darklings. Manche haben zum Beispiel Flügel, während andere stärker den Menschen ähneln. Und dann gibt es noch Mischlinge wie Ash, die auf keiner Seite der Trennmauer gern gesehen sind. Was die Trennmauer, das Darkling-Ghetto und den Hass auf die Darklings überhaupt angeht, erinnerte das Ganze manchmal sehr an die Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus. Ich fand es wirklich schrecklich zu sehen, wozu die Menschen in Black City fähig waren, und zu wissen, dass es so etwas in der Art schon einmal in der Realität gegeben hat. Aber das verleiht dem Buch auch eine gewisse Tiefe und Realismus, was zum Nachdenken anregt.

Was ich an dem Buch gut fand, war der sehr gelungene Perspektivenwechsel. Man ließt abwechselnd mal längere und mal kürzere Kapitel aus Natalies und Ashs Sicht, wodurch die Handlung sehr vielschichtig wurde. Beide Perspektiven sind in der Ich-Form und Gegenwart gehalten:
Natalie Buchanan ist die Tochter der Emissary, der Bürgermeisterin von Black City. Was ich wirklich klasse fand, war, dass sie, anders als andere Dystopieprotagonisten, nicht total blind für das Geschehen um sie herum und sich der Gefahr (meistens) bewusst war. Einige Zeit vor der Handlung des Buches wurde Natalies Vater von einem seuchenerkrankten Darkling getötet, und als sie Ash begegnet, hat sie zunächst große Angst vor ihm. Doch dann begegnen sie sich in der Schule wieder, und irgendwann merken beide, dass da mehr zwischen ihnen ist. Durch ihre Vergangenheit ist Natalie immer ein bisschen im Zwiespalt, weil sie in einem Darkling nichts Gutes sehen will. Außerdem war sie oft völlig unnötig zickig wegen irgendwas, aber sowohl das als auch ihre Toleranz wurden nach etwa einem Drittel des Buches wesentlich besser.
Ash Fisher ist halb Mensch und halb Darkling, weshalb er von beiden Seiten immer wieder diskriminiert und ausgestoßen wird. Er dealt mit dem Gift aus seinen Fangzähnen, dem Haze, das von Menschen als Droge verwendet wird. Bei einem solcher Deals stößt aus Versehen Natalie auf ihn, und schon in diesem ersten Moment ist da etwas zwischen ihnen. Ash ist, genau wie Natalie, ein sehr starker Protagonist, der schon eine Menge gesehen hat und seine Grenzen kennt. Ich fand es schön, dass er nicht der dystopien-typische Rebellen-Bad-Boy war, sondern einfach nur ein Ausgestoßener, der irgendwie versucht, sein Leben zu überleben. Ash war für mich der sympathischere Protagonist, was aber nicht heißen soll, dass ich Natalie gar nicht leiden konnte.
Beide zusammen sind wirklich klasse! Ihre Interaktion hat mich oft zum Lachen, aber auch zum Bangen gebracht. Die Verbindung zwischen ihnen ist etwas Besonderes zwischen menschlichen Gefühlen, Darkling-Magie und etwas Größerem, nicht Erklärbarem. Leider kam ab etwa der Mitte des Buches ein...ich sage mal...unnötiger Störfaktor hinzu. Unnötig und einfach nur nervig. Aber das Problem wurde zum Glück gelöst.


Elizabeth Richards' Schreibstil ist bildhaft, lebendig und voller Emotionen. Sie beschreibt Umgebungen, Charaktere und Gefühle so realistisch, dass ich mir die gesamte Welt in Black City sehr gut vorstellen konnte. Nur das Englisch war manchmal etwas schwer, sodass ich erst Wörter nachschlagen musste, was den Lesefluss etwas gestört hat.
Die Atmosphäre ist das ganze Buch über düster, bedrohlich und spannend. Ich hatte immer das Gefühl, gleich wird etwas passieren; und dann passierte etwas, aber nicht das, was ich erwartet hätte. Überrascht haben mich auch die Brutalität und Grausamkeit, die nicht unbedingt etwas für schwache Nerven sind, aber die doch irgendwie zu der Atmosphäre passen und sie abrunden.
Das Ende des Buches war toll: erst ein richtiger Showdown, dann so ein WAAAS???-Moment, als nächstes ein krasser Cliffhanger und dann, ganz plötzlich, ENDE. Wie ich Cliffhanger hasse. Jetzt will ich nämlich den nächsten Teil haben.


Fazit


Black City ist eine actionreiche, fantastische Dystopie. Ash und Natalie sind beide geniale, starke Protagonisten, die nie die Augen verschließen und sich erst ganz zum Schluss, wenn es nicht mehr anders geht, ihrem Schicksal stellen. Der Schreibstil ist bildhaft und lebendig, aber er unterstützt auch die düstere, bedrohlich spannende Atmosphäre. Die Brutalität ist nicht unbedingt für jeden etwas; man sollte sich vorher darauf einlassen, dass weder die Darklings noch die einfacheren Menschen ein leichtes oder gar gerechtes Leben haben. Allerdings werden im Buch auch einige philosophische Fragen, Werte und Moralvorstelllungen angesprochen, was eine interessante Abwechslung zu Verfolgungen, Kämpfen oder überraschenden Entdeckungen darstellt. Genervt haben mich jedoch Natalies gelegentliche Zickereien sowie etwas, dass die Interaktion zwischen ihr und Ash sowie meine Freude am Lesen des Buches erheblich gestört hat. Darum vergebe ich für Black City 3,5 von 5 Schmetterlingen.

Kommentare:

  1. Tolle Rezi! Ich hätte nicht gedacht, das du dem Buch 3,5 Sterne gibst, weil deine Rezi am Anfang sehr positiv ausgefallen war. :D
    Aber na ja.. Man muss in einer Rezi auch die positiven Punkte erwähnen. :D
    Lg, Dusica ♥

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    1. 3,5 Punkte sind bei mir ziemlich positiv. Sobald ich unter 2,5 Punkten vergebe, fand ich ein Buch eher schlecht. Und Black City ist auf jeden Fall ein tolles Buch, bis auf ein paar Kleinigkeiten.

      Liebe Grüße :-)

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  2. Auf den ersten Blick hat es mich ein bisschen an "Unsterblich" von Julie Kagawa erinnert, aber es scheint doch anders zu sein. Weißt du, ob es auf Deutsch übersetzt wird?
    Klingt interessant, tolle Rezi! :)

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Es klingt wirklich ein bisschen danach :) Aber es ist anders. Noch habe ich von keiner Übersetzung gehört, aber die Filmrechte wurden, glaube ich, schon verkauft, und dann wird es wahrscheinlich auch irgendwann übersetzt :-)

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  3. So so interessant. Klingt auf jeden Fall verlockend, aber ich warte dann mal auf die dt. Überseetzung. Da habe ich wenigstens eine Ausrede, das dieses Buch ans Ende der Wuli verbannt werden muss.

    LG

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    1. Es ist auch gut, bis auf ein paar Sachen...

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  4. Hört sich ganz interessant an, habe aber im Moment mehr als genug zu lesen. Aber tolle Rezi! Liebst, Emme ♥

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  5. das Cover ist wirklich wunderbar und auch inhaltlich klingt das Buch ganz gut

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    1. Ja, dieses tolle Cover :) Die Geschichte ist auch gut :-)

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