10. Februar 2014

Rezension: Warm Bodies (von Isaac Marion)

Infos zum Buch
Autor: Isaac Marion
Preis: 9,10 € (Taschenbuch)
Seiten: 240
Verlag: Vintage Books
Reihe:
0.5 The New Hunger
1. Warm Bodies
2. ?

Kurzbeschreibung
'R' is a zombie. He has no name, no memories, and no pulse, but he has dreams. He is a little different from his fellow Dead.
Amongst the ruins of an abandoned city, R meets a girl. Her name is Julie and she is the opposite of everything he knows - warm and bright and very much alive, she is a blast of colour in a dreary grey landscape. For reasons he can't understand, R chooses to save Julie instead of eating her, and a tense yet strangely tender relationship begins.
This has never happened before. It breaks the rules and defies logic, but R is no longer content with life in the grave. He wants to breathe again, he wants to live, and Julie wants to help him. But their grim, rotting world won't be changed without a fight...



Eigene Zusammenfassung des Inhalts
R ist ein Zombie, der in einem alten Flughafen "lebt" und ein bisschen traurig darüber ist, dass er von seinem Vornamen nur noch den ersten Buchstaben weiß.
Eines Tages trifft er ein Mädchen namens Julie, als er gerade dabei ist, das Gehirn eines Jungen zu verspeisen. Trotz der denkbar schlechten Umstände werden die beiden zu mehr als nur Freunden, und R bemerkt, dass er sich verändert, sich an Dinge erinnert... und das nur wegen Julie. Doch ihrer Beziehung steht eine ganze Menge im Weg - Julies zombiefeindlicher Vater, eine Horde tödlicher Skelettzombies... Die Welt verändert sich nicht so einfach. Doch einen Versuch ist es wert.

Meine Meinung
Die englische Ausgabe zu lesen, war eine spontane Entscheidung, die ich eigentlich beinahe nur traf, weil mir das Cover besser gefällt. Man sieht rote Adern auf weißem Grund; ich schätze mal, es sind Adern im Gehirn. Und da Gedanken, Bewusstsein, das Fressen von Gehirnen und andere gehirnbezogene Dinge im Buch eine wichtige Rolle spielen, finde ich das Bild auch passend gewählt.
Was mich an dem Buch sofort überzeugt hat, ist der Humor. Warm Bodies zeigt, dass ein gutes Zombiebuch nicht nur eklig oder nur düster oder nur lustig sein muss - es ist alles auf einmal. Es gibt gruselige Szenen, in denen Organe an Wänden verteilt werden, untermalt von den teilweise wunderbar sarkastischen Gedanken von R, dem Protagonisten. Daher fand ich das Buch auch an keiner Stelle zu eklig oder zu ernst - und dennoch ist die postapokalyptische Atmosphäre auf jeder Seite deutlich spürbar.

R ist ein Zombie und der Protagonist der Geschichte, die er in Ich-Form und Gegenwart erzählt. Er denkt und macht sich viele Gedanken über die Welt, sein "Leben" und die anderen, sei es jetzt sein bester Freund M, Julie oder deren Freundin Nora. Gerade am Anfang der Geschichte merkt man ihm seine Zombieexistenz an, doch im Lauf der Geschichte entwickelt er sich weiter, lernt und erfährt neue Dinge. Seine Gedanken sind manchmal sehr sarkastisch, sodass es auch viele lustige Momente gab. Außerdem philosophiert er oft über Leben, Tod und die eigentliche, tiefere Bedeutung dieser Dinge. Das fand ich gut, weil so die gesamte Zombieexistenz mal anders dargestellt wird als in den meisten Büchern und Filmen. Trotz dem oben erwähnten Sarkasmus hat R eine tiefgründige, nachdenkliche Persönlichkeit und starke Emotionen - was ihn aber keineswegs weniger zombiehaft wirken lässt.
Julie ist eine tolle Ergänzung zu R. Sie ist nicht das arme Mädchen, das vor allem beschützt werden muss, sondern hat auch keine Probleme damit, eine Zombieversammlung mit einem elektrischen Heckenschneider in Schach zu halten. Die Gespräche, die sie und R führten, waren einfach nur großartig. Trotz ihrer scheinbaren Coolness hat auch sie Probleme und weiß manchmal nicht weiter, sodass sie sehr natürlich und nachvollziehbar wirkt.

Die Atmosphäre fand ich trotz der Tatsache, dass die Welt in Trümmern lag und größtenteils von Zombies bevölkert war, nie zu düster oder zu trostlos. Isaac Marions Schreibstil ist sehr natürlich und bildhaft, sodass ich mir die Welt in Warm Bodies gut vorstellen konnte. 
Trotzdem muss ich sagen, dass ich gerade am Anfang Schwierigkeiten mit der Geschichte hatte. Es dauert ein bisschen, bis wirklich was passiert. Doch sobald ich wirklich in die Geschichte vertieft war, störte mich das nicht mehr. Das Ende ist ein geniales Ende und macht die anfänglichen Schwierigkeiten mehr als wett.
Erwähnenswert sind außerdem die anatomischen Illustrationen am Anfang jedes Kapitels, die gut zur Geschichte passen und oft irgendeinen Bezug zum jeweiligen Geschehen besitzen.

Fazit 

Warm Bodies ist ein tolles Buch. Es vereint Zombies, Ekel und Humor auf eine sehr natürliche Art und Weise, so als ob diese drei Punkte bedingungslos zusammengehören - was sie in diesem Buch auch tun. R und Julie sind zwei tolle Protagonisten und die Nebenfiguren sind mindestens genau so genial. Es werden einige philosophische Aspekte und Moralfragen behandelt, die aber nie zu altbacken oder kompliziert wirkten - im Gegenteil, durch den Schreibstil des Autors wirkten sie auf mich sehr leicht verständlich. Ich hatte am Anfang ein paar Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden, doch dann las sich Warm Bodies sehr leicht und das Ende war ein tolles Beinahe-Happy-End, das mich komplett überzeugt hat. Ich vergebe 4,5 von 5 Punkten.

Kommentare:

  1. das will ich auch noch lesen :) der Film hat mir zumindest sehr gut gefallen

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    1. Und ich will unbedingt den Film sehen :) Lies das Buch, es ist echt klasse :-)

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  2. Sehr schöne Rezension :)
    Nach deinem Kommi musste ich gleich mal bei dir vorbeischauen, ob du das Buch auch rezensiert hast :D

    Bitte sag mir, dass wir den gleichen Charakter meinen, der so unfassbar unlogisch gehandelt hat?

    Liebe Grüße
    Carly

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