24. November 2013

Rezension: Noir



Infos zum Buch
Autorin: Jenny-Mai Nuyen
Preis: 14,99 € (Klappenbroschur)
Seiten: 384
Verlag: Rowohlt
Einzelband

Klurzbeschreibung
Nino Sorokin ist dabei, als der Unfall geschieht. Seine Eltern sterben, ihm bleibt eine besondere Gabe: Er sieht den Tod eines jeden ­Menschen voraus. Auch den eigenen. Von nun an ist er besessen von der Frage, wie man das Schicksal überlisten kann. Er weiß, er wird nur 24 Jahre alt – und sein Geburtstag rückt immer näher. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Ninos Suche führt ihn zu einem geheimen Zirkel von Mentoren, die Seelen sammeln. Und er begeht den größten Frevel, den der Zirkel kennt: Er verliebt sich in eine der Seelenlosen. In die geheimnisvolle Noir, die bereits auf der Schwelle zum Jenseits steht ...

Eigene Zusammenfassung
Besser nicht, weil ich sonst spoilern würde. Obwohl, meiner Meinung nach verrät selbst die Kurzbeschreibung schon zu viel...

Meine Meinung 
Auf dem Cover sieht man einen Sprung wie in einer Glasscheibe. Das Bild hat einen Bezug zur Geschichte und greift die zum Teil vorhandene Grundstimmung gut auf. Auf den Seiten zwischen den Kapiteln kommt das Bild auch vor, es ist dort in Schwarz-Weiß gehalten. 
Viele Rezensionen zu diesem Buch gehen eher in die negative Richtung, was ich  verstehen kann. Aber eins vorweg: Mir hat das Buch gefallen und das hier wird keine negative Rezension :-) 
Die Geschichte spielt in einer Großstadt. Dementsprechend wirken einige Dinge sehr trivial, während die Fantasyelemente gut eingefügt worden sind. 
Ein wichtiges Thema in Noir sind Drogen. Klar, man könnte hier jetzt von Verherlichung usw. sprechen, aber so ist es einfach nicht. Allerdings wirkte die Geschichte dadurch gerade zum Ende hin... bekifft. Sorry für die Ausdrucksweise, aber besser kann ich es einfach nicht ausdrücken. 
Nino, den Protagonisten, fand ich am Anfang arrogant und großkotzig. Aber dann erfuhr ich nach und nach von seiner Gabe, seiner Geschichte und seinen Ängsten, und die haben ihn wirklich sehr menschlich und greifbar gemacht. Er ist kein klischeebehafteter Protagonist, sondern eine real wirkende, besondere Persöhnlichkeit mit interessanten Charakterzügen. Allerdings kamen immer mal wieder Stellen, an denen ich dachte, Hallo? Wie groß ist dieses Ego eigentlich? Aber... es passt halt zu ihm. Und Nino weiß schon, dass er alles andere als perfekt ist. 
Noir ist eine rätselhafte, undurchsichtige junge Frau, die eine schwere Last mit sich herumträgt. Zunächst konnte ich so gar nicht verstehen, was Nino an ihr fand. Dazu fand ich sie kalt und charakterlos. Aber als ich die Gründe dafür erfuhr, war alles einleuchtend. Später lernt man dann auch mehr über ihre Vergangenheit, und ab da mochte ich sie wesentlich mehr. 
Die Nebenfiguren sind leider doch eher flach gehalten, bis auf Ninos Schwester Katjuscha und den, ich sag mal, Bösewicht.

In Noir kamen oft esoterische Elemente wie Gläserrücken und Geisterbeschwörungen vor. Wer Probleme mit diesem Thema hat, sollte das Buch wohl eher vorsichtig angehen, aber ich fand es okay. Die Atmosphäre ist zu Beginn kalt und eher irritierend, wohl auch, weil Nino etwas durcheinander ist. Das Buch ist zwar aus der Er-Perspektive und in Vergangenheit geschrieben, dennoch entstand während dem Lesen eine emotionale sowie atmosphärische Dichte, die mich immer hat weiterlesen lassen.  
Dies ist zu neunzig Prozent Jenny-Mai Nuyens großartig genialem Schreibstil geschuldet. Ich weiß nicht, wie sie das macht. Sie kann mit Worten und Wortgeflechten Bilder über Bilder entstehen lassen. Der Schreibstil in Noir war lebendig, atmosphärisch und unglaublich ausdrucksstark. Die Emotionen wurden wirklich gut übermittelt, auch wenn ich an manchen Stellen die Tiefe etwas vermisst habe. Das Ende ist sehr offen und es bleibt der eigenen Fantasie überlassen, was noch passieren könnte, aber es ist kein schlechtes Ende.

Fazit

Noir hat mir mit seiner dichten, manchmal düsteren und surrealen Atmosphäre sehr gefallen, ist aber sicher nicht für jeden was. Manche Stellen sind auch etwas abstoßend, aber sie sind eher selten. Die Figuren haben mich im Großen und Ganzen überzeugt; emotionstechnisch hätte ich mir manchmal etwas mehr gewünscht. Der Schreibstil war einfach nur großartig. Noir ist nicht perfekt, es hat seine Schwächen, doch es hat auch Stärken. Und dafür bekommt es von mir positive 3,5 von 5 Punkten. Tschüss,

Kommentare:

  1. Huhu hier mein Gegenbesuch ;)

    Also ich liebe Jenny Mai Nuyen ja, sie schreibt sooo tolle Bücher! Ich glaube aber, dass dieses Buch nichts für mich wäre, weil ich nicht so auf Gläserrücken und so stehe :/ Auch wenn der Klappentext ganz gut klingt^^

    Dein Blog sieht übrigens total klasse aus und das mit der Maus finde ich auch cool, wobei es mich manchmal irritiert ;)
    Bin jetzt auch gleich mal bei dir Leserin geworden, weil ich deine Art zu schreiben sehr angenehm und schön finde :)

    Ganz liebe Grüße
    Nadine <3

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    1. Ich wollte das Buch vor allem lesen, weil ich ihre Fantasybücher sehr mag. Daher hat mich diese Gläserrücksache zu Anfang etwas irritiert.

      Danke :)
      LG
      Krypta

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